Das Buch

Was war denn Weihnachten 1943?

Woher – Wohin

„Immer dann, in solchen Momenten der Erinnerungen, stellte er sich die Fragen nach dem Sinn eines menschlichen Lebens. Woher kommen wir … wohin gehen wir …?“

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Fritz ist ein Kind der Liebe, der Liebe von Weihnachten 1943, als sein Vater, ein später im Zweiten Weltkrieg vermisster Sanitäter, auf Heimatbesuch weilte.

Strenge Religiosität und Frömmigkeit hat Fritz nicht nur von seinen tugendsamen Eltern geerbt, sie gehen auch auf seine Altvorderen zurück: Hugenotten aus Südfrankreich waren auf der Flucht an den Niederrhein gelangt, und Fritz spürt noch heute seine genetische Verbindung zu ihnen.

Bereits als Kind in der norddeutschen Heimat ein Forscher und Entdecker mit autodidaktischen Fähigkeiten, bildet sich bei Fritz eine ausgeprägte Liebe zur Wahrheit heraus; er verlangt bedingungslose Gerechtigkeit, drängt auf Perfektionismus. In seinem Beruf als Kriminalbeamter kann er investigieren, sinnlosem Morden ein Ende setzen.

Zum Starermittler avanciert, umgibt ihn ein Phänomen: Bei all seinem Tun in entscheidenden Lebenslagen greift Fritz nicht nur zurück auf sein Erfahrungsspektrum, er verlässt sich auf eine Intuition besonderer Art. Eine hellsichtige Prävention hilft ihm, Gefahrensituationen zu beherrschen; nie erleidet er eine Niederlage, entdeckt vielmehr sogar Beweise der Richtigkeit seines Handelns. Ein wiederkehrendes, motivierendes Emotionskonglomerat überfällt ihn, durchfährt seinen Körper und verheißt ihm Erfolg.

Doch Erfolg erzeugt auch Neider. Fritz distanziert sich von seiner Arbeit, erkrankt lebensbedrohlich. In den Tagen der Regeneration wagt er den Neuanfang seines Lebensweges: Fritz wird Olivenbauer auf Mallorca. Der Siedler lebt zeitweise wie ein Eremit, wendet sich Meditation und Spiritualität zu. Auch als sich sein Gesundheitszustand erneut verschlechtert, bejaht Fritz das Leben weiter. Er begibt sich auf christliche Wallfahrtsreisen, will Gott nicht nur erkennen, sondern ihn auch erleben.

„Die Zeit ist gelebt, notwendige Erfahrungen sind gespeichert, der irdische Gewinn zeichnet sich ab in dem Wissen des ‚Wohin‘“, resümiert Fritz aus aktueller Sicht.

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Lorenz F. Paas diskutiert in seinem philosophisch-autobiografischen Roman die Frage nach dem Sinn des Lebens einmal anders: ansprechend erzählerisch verpackt in seine ganz eigene, persönliche Geschichte.